Der königliche Baum: im Frühjahr der letzte, im Herbst der erste
Die Esche ist ein großer Laubbaum, der bis zu 35 m hoch werden kann. Ihre Krone ist rund und buschig, so dass sie viel Licht durchlässt und unter dem Baum eine reiche Vegetation ermöglicht. Eschenblätter sitzen in Reihen und haben gezackte Ränder. Die Frucht der Esche hat einen charakteristischen Flügel, der mehrere Zentimeter lang ist. Im Winter erkennt man Eschen an ihren schwarzen Knospen und dicken Zweigen.
Die Esche ist im Schwedischen als Kungaträdet – der königliche Baum – bekannt, da sie im Frühjahr als letzter Baum Blätter bekommt und im Herbst als erster Baum die Blätter verliert. Die Früchte bleiben jedoch lange am Baum hängen und sind im Winter eine wichtige Futterquelle für kleine Vögel. Die Esche pflanzt sich mithilfe von Schösslingen fort, die aus den Wurzeln und dem unteren Stamm sprießen, sowie durch die Bestäubung männlicher und weiblicher Blüten. Es gibt auch polygame Eschen, bei denen männliche, weibliche und zwittrige Blüten auf einem Baum zu finden sind.
Tennisschläger und Autorahmen
Eschenholz ist hart und zäh. Schon in früherer Zeit stellte man aus diesem Holz Möbel und Werkzeuge her. Die hölzernen Tennisschläger, die Spieler wie Björn Borg bis weit in die 1980er Jahre verwendeten, waren aus Esche. Der Automobilhersteller Morgan verwendet Esche sogar für seine Autorahmen, weil das Holz so zäh ist!
Der Weltenbaum – eine Esche
In der nordischen Mythologie wird der gesamte Kosmos von einem gewaltigen Weltenbaum - der Esche Yggdrasil - verkörpert. Yggdrasil hat drei Wurzelsysteme. Die Menschen leben in Midgård, die Götter innerhalb desselben Wurzelsystems in Asgård, in unmittelbarer Nähe zu den Menschen. Im zweiten Wurzelsystem haben die Riesen in der Festung Utgård ihre Heimat. Die Unterwelt Hel befindet sich unter dem dritten Wurzelsystem.